24h Rabbit Ride Haßfurt

03./04. Oktober 2008 – Das neue Deutschland feiert 19ten Geburtstag, überall im Lande werden – die Gunst des langen Wochenende nutzend – Stadtfeste gefeiert und ein paar unbeugsame Unterfranken kommen auf die absurde Idee, am Rande eines solchen Stadtfestes, einen 24-Stunden-Indoor-Cycling Marathon zu veranstalten – damit dürften die Unterfranken als fast so jeck gelten wie die Rheinländer.Man fragt sich, wer ist (positiv) verrückter – die Veranstalter oder diejenigen die den Ruf erhört haben und sich zu 4er, 3er, 2er oder gar 1er! Teams gemeldet haben.
Zuallererst – eh hier keiner mehr weiter liest und es damit zu unrecht untergeht – Folgendes:Das wohl allergrößte Lob geht an das Orga-Team und vor allem Sandra Heyn, Stephan Heinisch und Alex Rosin. Ich habe in diesem Jahr schon sehr viele Rides erlebt und bis auf eines war die Orga super – doch die Drei haben alles daran gesetzt dies zu überbieten – und ja, sie haben es geschafft! Von den Rädern, über die Anlage, die Präsenter, die Ruhezonen und nicht zuletzt der Verpflegung war alles Top. Es gab keinen Stau oder Hänger – im Gegenteil – nachdem bei 5, 6 oder 8h Event regelmäßig das geplante Ende um ca. 10-15 Minuten überzogen wird, hat die 24te Stunde pünktlich 5 vor 4, wie geplant, ihr Ende gefunden – Punktlandung!Nachdem Alex und sein Team am Ende der 24h den Teilnehmern und Präsentern den Hasenorden verliehen haben, müssen Alex, Sandra und Stephan die Orden als Oberhasen und 24h-Master-Veranstalter erhalten!Alex – Jens und ich haben die Anreise aus dem 400km entfernten Rheinland gern in Kauf genommen, vor allem, wenn mit einer solchen Top-Orga zu rechnen ist.
Doch jetzt zum Event – da ich einer der Einzelstarter war aber (noch) nicht ganz so verwirrt bin und nicht alle Stunden mitfahren konnte, kann ich hier nur auf die Stunden eingehen die ich gefahren und gesehen habe – die Präsenter die ich nicht erlebt habe mögen mir verzeihen, doch wir sehen uns sicher bei einen der nächsten Rides und dann dürft Ihr auch mich quälen ;o)24 Stunden lagen punkt 16 Uhr vor uns. In etwa 20 Teams aus 4er bis 2er Mannschaften – und dazu noch ein paar komplett verwirrte Einzelstarter waren voller Enthusiasmus und scharrten mit den Pedalen.
1. 16 – 17 Uhr Sarah Knetsch + Manni Hausmann, SigmaringenLos legten Manni und Sarah aus dem fernen Sigmaringen – schön zu sehen, dass wir nicht die einzig Verrückten waren die eine weite Anreise auf sich genommen haben. Eine Einführungsstunde mit Manni als lieben Warm-up und Erholungsphasen Instruktor und Sarah zuständig für die – in dieser ersten Stunde noch etwas gemäßigten – Bergetappen. Da es aber schwer ist Manni den „Softie“ abzunehmen, drehte sich in der zweiten Hälfte der ersten Stunde die Rollenverteilung und Sarah konnte mit Erholungsphasen Pluspunkte sammeln. Die erste Stunde ganz im Sinne des Einrollens und Einstimmens – aber ohne, dass der Widerstandsregler einrostete und die Muskulatur eine Chance bekam abzukühlen.In Stunde 14 und 15 sieht man sich wieder.
2. 17 – 18 Uhr Jens Nieswand, TroisdorfIrgendwie habe ich es versäumt Jens während unserer 4stündigen Anfahrt mit RedBull zu versorgen. Vielleicht nahm er mir das übel und er lies dafür das gesamte Teilnehmerfeld leiden – oder er wollte sich noch eine Steigerung für Stunde 18 und 24 offen halten. Ich hoffe mal letzteres und werde mir das mit dem RedBull für das nächste Mal vormerken. Dass Jens es nicht mag, wenn der Widerstandsregler sich nicht unaufhörlich gen Plus bewegt ist bekannt – und so war auch diese Stunde – noch etwas zurückhaltend, was aber bei 22 noch zu fahrenden Stunden durchaus positiv gewertet werden konnte. Für die die Jens und seine Stunden kennen blieb die Hoffnung auf die beiden Stunden, die am kommenden Tag folgen sollten und, dass irgendjemand bis dahin noch irgendwoher eine kleine Dose mit dem roten Stier versorgt ;o)
3. 18 – 19 Uhr Kristina Linn, MainzDer Wechsel zwischen zweiter und dritter Stunde brachte auch einen Wechsel im Team neben mir – ein 4er Team aus (nach eigener Aussage) noch eher unerfahrenen IC Teilnehmern. Die ersten Worte nachdem es sich der nun neue Starter auf den Sattel mehr oder minder bequem machte – „ah eine Frau, da kann man sich bestimmt locker einrollen“. Ahh! Jetzt wusste ich die Stunde wird lustig – Kristina, die uns schon in Guldental (siehe letzte Eventbeschreibung) eindringlich erklärt hat, dass sich der kleine schwarze Regler hinter der Lenkstange viel besser zu als auf drehen läst, stand auf der Bühne. Eine Stunde mit viel Technik, Widerstand und Frauenpower lag vor uns – und mein Nachbar bereits nach einer halben Stunde am Limit. Für IC Fans eine tolle Stunde die mich die 13te Stunde mit auf meinen Stundenplan setzen lies -obwohl eigentlich nicht eingeplant.Kurz zurück zu meinem Nachbarn – trotz der schon schnell einsetzenden Kurzatmigkeit hielt er diese und auch die kommende Stunde gnadenlos durch. Auch sein Team hat das Rad immer in Bewegung gehalten und war vor allem immer pünktlich zum Stundenstart auf dem Rad und bereit – Respekt! – das schafft nicht jeder.
4. 19 – 20 Uhr Stefan Dellermann, HöchstadtStefan kannte ich bereits aus Büchel und hatte dort schon eine sehr gute halbe Stunde von Ihm erlebt (er fuhr dort im Teamteach) – diese war aber noch besser. Viel Berge zu eingängiger Musik und ein tolles Publikum – was braucht man mehr zu einer erfolgreichen Class und man freute sich schon auf die 16te Stunde und Stephans zweiten Auftritt, denn als Teilnehmer fuhr er noch sehr viele selbst mit(!).Eine sehr kraftvolle Stunde in der er es schaffte die Gruppe nach vorn zu puschen ohne sie komplett ans Limit zu führen – musste er auch nicht, denn dazu ist ja bekanntlich meist Patrick zuständig …
5. 20 – 21 Uhr Patrick Klein, Emmelshausen/Hunsrück… der dann auch schon in Stunde 5 seinen ersten Auftritt hatte. Jedoch verschonte er die Gruppe jetzt noch – sicherlich in der Hoffnung dies spätestens in Stunde 23 zu ändern (und schon in Stunde 10 eine Vorschau darauf zu geben). Gewohnt intensiv ging es aber auch hier zur Sache und die Berge wurden merklich steiler. Hier will ich auch erwähnen, das Patrick die Räder und die Sound- und Lichttechnik für den Event zur Verfügung gestellt hatte und sich sein Team auch pausenlos um diese kümmerten – ein sicherlich nicht unbedeutender Baustein am Erfolg der Veranstaltung.
Die Stunde 6-10 kann ich leider nicht Kommentieren – hier sei mir die Pause gegönnt, auch wenn ich in dieser Zeit nicht wirklich zum Schlafen kam. Hier zur Vollständigkeit aber die Stundenfolge:6. 21 – 22 Uhr Gunnar Rohwäder, Freising7. 22 – 23 Uhr Matthias Götz, vom Kensho in Schweinfurt 8. 23 – 24 Uhr Ralf Greb, vom Kensho in Schweinfurt 9. 00 – 01 Uhr Alexander Rosin, Haßfurt 10. 01 – 02 Uhr Patrick Klein
Nach ein paar Stunden Pause und etwas Ruhe im Injoy Haßfurt, die uns den Ruheraum, Matten und Duschmöglichkeiten zur Verfügung stellten (der eigentliche Ride fand ja in der Stadthallte von Haßfurt statt) ging es mitten in der Nacht wieder zurück zur Stadthalle. Leider eine Stunde zu früh, da irgendeine nicht näher benannte Presenterin meinte Sie sei eine Stunde eher dran und wir somit schon kurz vor 2 von Alex in die Stadthalle gelassen wurden – wobei er die noch immer nicht benannte Presenterin ungläubig ansah und meinte sie sei doch erst um 4 dran – was sich, nach einem Blick auf den Ablaufplan auch als richtig herausstellte. Grrrr – oder eigentlich doch nicht, denn so waren wir Pünktlich zu Stunde 11 da.
11. 02 – 03 Uhr Klaus Auer von Christines Workout-Treff, SchwanfeldEin sehr runde und technisch sehr feine Stunde mit Klaus – der, wenn ich mich nicht vertue, auch der einzige war, der alle 24 Stunden mitgefahren ist – eine Wahnsinnsleistung!!!! Eine richtig gute Stunde – vor allem, da es zu dieser Zeit sicherlich schwieriger ist, die Teilnehmer in Stimmung und in Schwung zu halten, als zu weniger nachtschlafender Zeit.
12. 03 – 04 Uhr Manfred Derra, NürnbergDie Stunde vor der Halbzeit wurde das Thema „müde“ dann von der anderen Seite angegangen. Mit diversen Hilfsmitteln wie einer Winkehand und einer roten Kelle sollte der Spaßfaktor die Intensität überspielen ohne Müdigkeit aufkommen zu lassen.
13. 04 – 05 Uhr Kristina LinnSo, jetzt konnte es mit der nicht näher benannten Presenterin – ähm Kritina (uh, doch verraten, dass muss ich dann aus der Rohfassung streichen) – losgehen. Interessanterweise war diese Stunde nicht mehr so Widerstandshart wie die Stunde am Tag zuvor – jedoch dafür umso intensiver in der Technik – was in der Endabrechnung und in geflossenen Schweiß gerechnet dann doch aufs selbe heraus kommt. Jedoch, mit Blick auf die Stunde vorher und die dann kommenden beiden Stunden, sehr gut eingepasst war. Das Thema war diesmal ein "Deutschstunde" - nur deutsche Lieder quasi eine Stunde zum Mitsingen - wenn das auch zu der nachtschlafenden Zeit nicht wirklich klappte (man müsste das mal im Rheinland probieren ;o).Die „Härte“ ging etwas herunter dafür kam die gute Tomahawk Technik wesentlich deutlicher zum Vorschein, was eine geniale Überleitung zu den nächsten beiden Stunden mit Manni und Sarah war.
14./15. 05 – 07 Uhr Manni + Sarah Wie schon angekündigt war die Doppelstunde von Sarah und Manni weniger bergig und stand etwas mehr im Sinne von „mentalen Träumereien“. Zwei Stunden Schiller standen vor uns – nein, kein 20x das Lied von der Glocke, sondern ein paar neue Stücke von Schiller und die komplette Weltreise DVD als mentale Unterstützung und Reiseroute durch zwei etwas entspannendere Stunden. Eine ganz tolle Idee und vor allem eine super Leistung von Manni, der die komplette DVD Zeitspanne (ca.75min) ohne Rad inszenierte.
Die zwei kommenden Stunden war dann wieder Pause angesagt – Duschen und etwas Ausruhen führten leider dazu, dass ich Stefans zweite Stunde und auch die Stunde von Ralf und Matthias verpasste. 16. 07 – 08 Uhr Stefan Dellermann17. 08 – 09 Uhr Ralf Greb + Matthias Götz
18. 09 – 10 Uhr Jens NieswandNachdem Jens in seiner ersten Stunde noch Luft nach oben gelassen hatte und er inzwischen sichtlich entspannt und ausgeruht aus dem Injoy zurückkam, konnte der Cycler nun eine echte Jens Nieswand Stunde erleben. Wie gewohnt hart im Widerstand und präzise in der Technik, hatte er die Gruppe nun wesentlich besser im Griff. Diesmal „rockte“ er das Haus und die Gruppe ging echt super mit. Vielleicht lag es auch daran, dass Kristina ihm vorher noch ein RedBull versorgt hatte.19. 10 – 11 Uhr Michael DONE Donhauser, AmbergDie kommenden zwei Stunden mit DONE (in der zweiten mit Anita) bedeuteten Oberpfalz meets Unterfranken. In der ersten Stunde lies er alle noch einmal an seiner Stunde beim Xcycling Event 2008 in Amberg teilhaben – ein super inszenierte Stunde mit genial darauf abgestimmter Mediapräsentation auf der Leinwand – Musik, Film und Fahrtechnik komplett im Einklang. Ich glaube die unterfränkische Delegation für seinen Xcycling Event im kommenden Jahr hat er schon sicher.
20. 11 – 12 Uhr Anita Bartmann + DONE, AmbergIn Stunde 20 kam dann Anita mit auf die Bühne und zusammen führten sie durch einen nicht minder druchkonzipierte Teamteach Stunde. Die Stimmung war nun auch wieder auf den Siedepunkt und die nächtlichen Strapazen und der Schlafentzug schon wieder vergessen. Eine Stunde wie sie jedem Cycling Event gut zu Gesicht steht – quasi für die die sich immer noch nicht für Amberg 2009 entschieden haben.
21. 12 – 13 Uhr Gunnar RohwäderNachdem bisher Tomahawk Technik im Vordergrund stand, fiel diese Stunde etwas aus der Reihe – Spinning war angesagt – sehr gut von Alex auch andere Techniken mit in den Ablauf einzubauen.
22. 13 – 14 Uhr Alexander RosinNachdem ich die erste Stunde von Alex in der Nacht leider verpasst habe konnte ich ihn jetzt erleben. Wie immer beeindruckend sein Gespür für die Musik und genau zum richtigen Zeitpunkt die richtigen Wechsel und Techniken einzusetzen. Wenn man bedenkt, dass Alex mit Sicherheit schon Tage vorher kaum zur Ruhe gekommen ist und bei der Veranstaltung selbst überall und immer zur Stelle war, ist es Wahnsinn, mit welcher Selbstverständlichkeit er die Gruppe im Griff hatte. Ein intensive und somit sicherlich bestens geeignete Stunde um in die darauffolgende zu führen.
23. 14 – 15 Uhr Patrick KleinPatricks Stunde 3 – die Killerstunde – wenn in den bisherigen Stunden vom „an das Limit herantasten“ davon die Rede war, so war das Limit nun das Minimalziel. Wieder mit Mediaunterstützung ging es nun daran die Pulsuhren und Schwungscheiben zum Glühen zu bringen. Widerstandsregler braucht es hier nicht – einmal komplett zudrehen und 55min halten ;o).
Die Frage muss gestellt werden – War da noch Luft in den Teilnehmern für eine letzte Stunde?
24. 15 – 16 Uhr Kristina + JensUnglaublich – irgendwie muss ein gemeinschaftlicher Adrenalinflash die Ursache dafür sein, dass die Gruppe nun auch in der 24ten und letzten Stunde noch einmal so richtig abging. Ok, nicht nur das Adrenalin war schuld – sicherlich auch die beiden Presenter, die noch einmal alles gaben und von einem Hoch zum nächsten pushten. Einen besseren Ausklang kann sich niemand wünschen. Volle Power und Spaß bis zum Schluss und an diesem ein Riesenapplaus für Klaus Auer, der sich die vollen 24 Stunde durchgequält hatte!!!!
Das Fazit – ein uneingeschränkt gelungener Event – super Teilnehmer, tolle Presenter und ein dickes Lob an die Veranstalter!Am Ende bleibt zu hoffen, dass die Veranstaltung – der ja einem karitativen Zweck zugrunde lag - auch diesen vollständig erfüllte. Spaß gemacht hat es allen.
Der guten Fairness wegen, muss ich nun noch erwähnen, dass ich nicht alle der beschriebenen Stunden auf dem Rad verfolgt habe – insgesamt waren es nur 8 als Teilnehmer – weniger als geplant – aber nicht schlecht denke ich.9 Stunden werden es dann beim nächsten Ride – in Köln bei Jens und Patrick – diesmal ohne Schlafentzug und einer sehr hohen Messlatte für die Veranstalter.